August Kellner – ein Mann mit falschem Nachnamen

Liest man sich den Titel des heutigen Beitrages durch, so wirft das doch einige Fragen auf. Aber starten wir bei Sekunde eins im Leben meines Uropas August.

Als ich mit meiner Forschung vor zwei Jahren begann, war für mich ganz klar, dass ich mehr über meine Vorfahren aus dem Osttirol wissen möchte. Also nahm ich die Geburtsurkunde meines Urgroßvaters zur Hand und übertrug dies so in meinen Stammbaum. Augustin Kellner, geb. 12.03.1929 in Innsbruck, als ehelicher Sohn der Katharina Kellner, geb. Meßner und des Bonaventura Kellner, zuständig nach Lienz in Osttirol.
Man sagte mir dann, dass er nach Vorarlberg kam, weil die Eltern zuhause die ganzen Kinder nicht versorgen konnten. Ich machte mich dann auf die Suche nach Geschwistern meines Urgroßvaters. Doch wie beginnt man hier? Ich kontaktierte zuerst den Cousin meines Urgroßvaters, er erzählte mir von einer gewissen Anna Kellner, die nach dem 2. Weltkrieg in Schnifis lebte, dann aber verstarb. Also forschte ich weiter und kontaktierte die Marktgemeinde Nußdorf-Debant, aus der Bonaventura Kellner stammt. Der Gemeindesekretär stellte mir dann den Kontakt zu einer Großcousine meines Urgroßvaters her. Sie erzählte mir allerhand über die Familie Kellner, aber einen Augustin kannte sie nicht. Es hieß aber immerschon, dass die „Schuaschter Marie“ auch nicht das leibliche Kind von Bonaventura sei (Anm. Schuaschter Marie = Maria Kellner, die ältere Schwester meines Uropas. Sie wuchs in Osttirol bei Josef und Elisabeth Kellner auf).
Dennoch ging ich trotz aller Widersprüche von der Richtigkeit der Vaterschaft aus.

Als ich im Sommer 2018 dann wieder auf den Fersen von Anna Kellner war ließ sich im Vorarlberger Landesarchiv ein Pflegschaftsakt meines Uropas finden. Als ich diesen durchsah traute ich meinen Augen nicht. Augustin Kellner war nicht das leibliche Kind von Bonaventura Kellner. Sein richtiger Vater war Augustin Graziadei, ein Trentiner, der in Vorarlberg lebte. Ich erforschte dann diesen Graziadei und fand heraus, dass er noch weitere Kinder hat. Ich ließ es, aber dabei und unternahm vorerst keine Kontaktaufnahme.

Als wir dann in meinem Heimatort einen Sterbebilderscannachmittag hatten, sprach mich ein Bekannter an, dass seine Nachbarin eine geborene Graziadei sei. Tatsächlich handelte es sich um die jüngste Halbschwester meines Urgroßvaters.

Dennoch war dies ja nicht wirklich bestätigt. Da die DNA-Genealogie immer mehr aufkam, entschloss auch ich mich einen solchen Test zu machen. Siehe da ich hatte Matches mit Verwandten aus dieser Graziadei Linie.

Um wieder auf den Titel zurückzukommen: Eigentlich hätte mein Urgroßvater Meßner oder Graziadei heißen müssen, aber tatsächlich nie Kellner.

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